Ein methodischer Ansatz zur Identifizierung nicht-invasiver ornamentaler Pflanzenarten

Die Fallstudie der ikonischen Palme Trachycarpus fortunei (Hook.) H. Wendl. im Tessin.
Originaltitel: Un approccio metodologico per individuare specie vegetali ornamentali non invasive


Die Zahl nicht-einheimischer Pflanzenarten, die sich ausserhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets spontan vermehren können, ist in den letzten Jahrhunderten stark angestiegen. Einige davon breiten sich invasiv aus und verursachen ökologische und/oder sozioökonomische Schäden. In der Schweiz können ihre Kultivierung oder ihr Handel daher in der Verordnung über das Inverkehrbringen von Organismen in die Umwelt verboten oder geregelt werden.

Seit 2024 gehört auch die Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) zu dieser Liste. Diese Art ist zu einem ikonischen Element der Tessiner Landschaft und zu einem touristischen Anziehungspunkt geworden. Bei solchen ikonischen Arten findet ein Verbot ohne plausible Alternativen in der Bevölkerung nur schwer Unterstützung, und seine Wirksamkeit bleibt begrenzt. Die Möglichkeit, nicht-invasive Pflanzenarten mit vergleichbarem Zierwert vorzuschlagen, würde eine proaktive und wirksame Massnahme für den schrittweisen Ersatz der Chinesische Hanfpalme darstellen.

Ziel dieses Projekts ist es, einen methodischen Ansatz zu entwickeln, der es erlaubt, das invasive Potenzial potenzieller Kandidatenarten, ihre Anpassungsfähigkeit an das lokale Klima sowie ihre Resistenz gegenüber spezifischen Schädlingen zu bewerten. Im konkreten Fall sollen andere, nicht-invasive Palmenarten identifiziert werden, die weniger anfällig für die Palmenmotte (Paysandisia archon) sind und die Chinesische Hanfpalme im Tessiner Landschaftsbild ersetzen können.

 

Mitarbeitende
Dr. Vincent Fehr, vincent.fehr(at)wsl.ch¹
Dr. Gianni Boris Pezzatti, boris.pezzatti(at)wsl.ch¹
Dr. Alessio Maccagni, alessio.maccagni(at)ti.ch²

Projektdauer
2025–2026

Projektstatus
Laufend

Finanzielle Unterstützung
Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Repubblica e Cantone Ticino (Isole di Brissago), Bundesamt für Umwelt (BAFU), Ronco sopra Ascona

¹ Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Forschungsgruppe insubrische Ökosysteme, Cadenazzo
² Repubblica e Cantone Ticino, Giardino botanico cantonale delle Isole di Brissago, Isole di Brissago